Midwife

Mein halbes Leben arbeite ich nun schon als Hebamme und habe unzählige Paare auf dem Weg zum Eltern werden begleitet. In dieser Zeit hat sich das Kinder kriegen für die frischen Eltern verändert. Es ist „gestresster“ und weniger intuitiv geworden. Aber woran liegt das? Es sind die Eltern untereinander die sich einem unglaublichen Stress und Wettkampf aussetzen. Viele, wenn nicht sogar die Meisten, nicht mal bewusst. Die „gute“ Mutter von heute ist glücklich schwanger und fühlt sich in ihrem Körper pudelwohl. Bei der Geburt haben wir dann zwei Lager: alles ging schief oder es war eine Traumgeburt ohne PDA oder sonstigem Schmerzmittel, weil das Erlebnis so einmalig war und man jeden Moment genießen wollte. Natürlich gibt es viele Frauen die eine Geburt als etwas unwahrscheinlich Schönes erleben. Aber oft erst beim zweiten oder dritten Kind. Letztlich kämpfen viele Frauen schon in der Schwangerschaft mit ihrem Anspruch an sich selber. Wenn wir die Schwangerschaft mal provokant, weg von jeder Romantik, als körperlichen (Ausnahme-)Zustand beschreiben, dann ist es völlig in Ordnung, diesen nicht zu mögen. Viele Frauen leiden an Wassereinlagerungen, vor allem im Sommer. Die Luft ist knapp und die vorgenommen 14 kg Gewichtszunahme wurden schon in der 30. SSW erreicht. Nachts kann man nicht schlafen, weil die Harnblase drückt, man einfach keine bequeme Position findet oder an restless legs leidet. Dann steht da ja auch noch Geburt ins Haus. Aber bei der Nachbarin oder Freundin die zufällig auch gerade schwanger ist läuft alles suuuuuper. Die gute Nachricht an alle: Egal, ob ihr schwanger sein als wundervoll empfindet oder froh seid, wenn der kleine Schmarotzer endlich draußen ist….weder das Eine noch das Andere macht euch zu besseren oder schlechteren „Mamis in progress“.

Stelle dich vor (Beispielbeitrag)

Hinterlasse einen Kommentar